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Fach- und Prozessberatung

Klassische Fachberatung fokussiert auf sachliche Aspekte der Arbeit an der Lösung. Dabei dominiert das Einbringen von Fachexpertise, Marktwissen oder Ressourcen (z.B. Software als Beratungstool für Bedarfsermittlung und Arbeitszeitgestaltung) durch die Beratenden.

Eine prozessorientierte Beratungsperspektive rückt das Verhalten der Beteiligten, das Vorgehen und die Interaktionen, die Rollendefinitionen, Modelle und Kategorien der Beobachtung, etc. in den Vordergrund. Meist nehmen die Beratenden dabei selbst inhaltlich wenig(er) Einfluss. Es wird dafür mehr darauf geachtet, wie die Beratenen an diesen Fragen arbeiten.

Nahezu jeder Beratungsprozess zielt auf einen systematischen Weg des Verhandelns eines Status quo, der von jemanden für verbesserungswürdig gehalten wird. Während jeder Beratungsprozess seiner inneren Logik folgt, lassen sich dennoch zwei Varianten unterscheiden:

  • Was ist ein Problem, was gehört dazu, was nicht? Der Abgrenzungsprozess variiert stark abhängig von verschiedenen technischen, sozialen und psychodynamischen Implikationen.
  • Wie wird das Design und die Entscheidungsmöglichkeiten entwickelt und beurteilt, wie werden Entscheidungen gefällt?

Vereinfachend gesagt, sind Probleme kein ‚Problem‘ für Experten, sondern werden durch Kunden definiert. Experten konzentrieren sich auf die Lösung. In der Prozess-Perspektive gibt es keine Probleme an sich, sondern es sind immer Personen, die etwas ‚problematisieren‘. Die Berater bearbeiten deren Interaktionen, Kategorien, Modelle und Methoden der Analyse – und wie diese wiederum die Arbeit beeinflussen.


XIMES wendet je nach Aufgabenstellung eine angemessene Kombination von Fach- und Prozessberatung an und verbindet diese Perspektiven mit Hilfe des Konzeptes ‚problem-processing‘, das sowohl Problemdefinition als auch Problembearbeitung beinhaltet:

  • die Problemdefinition und -redefinition durch verschiedene Akteure im Prozess mit ihrem verschiedenen Hintergrund an Strategien und Interessen, und die Kategorien von Beobachtung/Diskurs, ihr Verhalten etc.;
  • den Problemlösungsprozess mit starkem Bedarf an systematischer Anwendung von Fragestellungen, der Entwicklung und Überprüfung  von Designoptionen, das gesamte Wirken von dringenden Erledigungen und dem Aubau eines neues Systems, etc.

In diesem Verständnis des Problembearbeitens ist die Unterscheidung zwischen Problem-Definition und -Lösung stark analytisch, in der Praxis sind sie eng miteinander verwoben.


Beispiel: Auf der fachlichen Ebene geht es darum, dass man sich fragt, wie hoch ist wann mein Bedarf an Arbeitszeit? Wie kann ich wissen, wann ich wie viel Personen brauche? Gibt es Optimierungspotentiale?
Auf der Prozessebene geht es darum, eine arbeits- und entscheidungsfähige Projektstruktur zu bilden, mit der die Themen gemeinsam durchgearbeitet werden. Es braucht ein wechselseitiges Verständnis für die Anforderungen und Schwierigkeiten der anderen Beteiligten.