Arbeitszeitmanagement in Österreichs Unternehmen
Arbeitszeitmanagement wichtig für Krisenbewältigung
Deloitte Human Capital und XIMES haben erstmals eine umfangreiche Befragung zum „Arbeitszeitmanagement in Österreichs Unternehmen“ durchgeführt. Über 400 Personen haben teilgenommen, darunter zahlreiche Vorstände, GeschäftsführerInnen und HR LeiterInnen.
Jetzt liegen die ersten Ergebnisse dieser Studie vor. Die
außerordentlich hohe Zahl an TeilnehmerInnen und die ersten
Auswertungen bestätigen die besondere Bedeutung des
Arbeitszeitmanagements in wirtschaftlichen Krisenzeiten. Für mehr als
70% aller Befragten spielt die Arbeitszeitgestaltung eine sehr wichtige
oder wichtige Rolle bei der personalwirtschaftlichen Krisenbewältigung
im jeweiligen Unternehmen.

Dieser Befund gilt für alle Branchen und Unternehmensgrößen. In den
Bereichen Transport/Verkehr und Produktion wird die Bedeutung noch
höher eingeschätzt, bei den Banken und Versicherungen etwas niedriger
(aber auch dort geben 57% der Arbeitszeitgestaltung eine wichtige Rolle
bei der Krisenbewältigung).
Nur 40% greifen bisher zu Arbeitszeitmaßnahmen
Trotzdem geben nur 40% der Befragten an, dass in ihrem Unternehmen
aufgrund der Wirtschaftskrise Arbeitszeitmaßnahmen ergriffen wurden
oder bereits geplant sind. Dort wo es bereits Maßnahmen gibt,
dominieren eindeutig die „Klassiker“ Urlaubsabbau und der Abbau von
Zeitguthaben.

Die Reduktion von Besetzungsstärken, der Ausfall von Schichten oder der
Einsatz von Betriebsurlauben spielen naturgemäß bei den von der Krise
besonders getroffenen Produktionsunternehmen eine wichtige Rolle. Rund
ein Drittel der Befragten aus dieser Branche gibt außerdem an,
Kurzarbeit bereits umzusetzen oder deren Umsetzung zu planen – das
zeigt, welche wichtige praktische Bedeutung dieses Instrument
inzwischen gewonnen hat.
Auffällig ist auch, dass immerhin 30% aller Unternehmen, die bereits
Maßnahmen umsetzen oder planen, eine flexiblere
Arbeitszeitdurchrechnung einführen. Die Wirtschaftskrise ist zum Teil
also auch Anlass für einen grundlegenden Umbau des betrieblichen
Arbeitszeitsystems.
Flexible Arbeitszeitgestaltung als Instrument der Beschäftigungssicherung
Eine flexible Arbeitszeitgestaltung wird auch als relevanter Beitrag
zur Beschäftigungssicherung im jeweiligen Unternehmen gesehen. Mehr als
zwei Drittel der TeilnehmerInnen halten diesen Beitrag für groß oder
sehr groß.

Von den befragten Vorständen und GeschäftsführerInnen kommen sogar 75%
zu dieser Einschätzung. Insgesamt sagen nur 5% der Befragten, dass eine
flexible Arbeitszeitgestaltung gar keinen Beitrag zur
Beschäftigungssicherung leistet.
An der Studie haben insgesamt 407 Personen aus Unternehmen aller
Branchen teilgenommen: von der produzierenden Industrie über zahlreiche
Dienstleistungsunternehmen bis hin zu verschiedenen Organisationen des
öffentlichen Sektors. Mehr als 40% der repräsentierten Unternehmen
haben mehr als 500 MitarbeiterInnen, aber auch kleinere und mittlere
Unternehmen sind in großem Ausmaß vertreten. Rund ein Drittel der
TeilnehmerInnen sind HR LeiterInnen, 25% haben unterschiedlichste
Führungsfunktionen und 15% sind als Vorstände und GeschäftsführerInnen
tätig. Auch mehr als 20 BetriebsrätInnen haben an der Studie
teilgenommen.