Sprachen:
Deutsch
English
 
  • Best Practice: "Wiedereinstieg nach Krankenstand"

Best Practice: "Wiedereinstieg nach Krankenstand"

Erfolgreiche Lösungen aus der Praxis zum reibungsloseren Wiedereinstieg nach Krankenstand

Auf vielfachen Kundenwunsch eröffnen wir mit diesem Newsletter die Rubrik "Best Practices". Lösungen für Probleme im Bereich Arbeitszeit, die oft unkonventionell sind, aber in Unternehmen gut funktionieren. Die vorgestellten "Best Practices" sind im Detail natürlich auf die spezielle Situation der Unternehmen zugeschnitten und bedürfen meist auch organisatorischer und rechtlicher Vorabeiten. Wir wollen Ihnen damit Denkanstöße und Motivation liefern, neue Wege anzudenken und auszuprobieren. Über Feedback freuen wir uns sehr und wenn Sie in Ihrem Unternehmen eine kreative funktionierende Lösung für ein Problem gefunden haben, stellen wir sie gerne in einem der folgenden Newsletter vor.

Bei einem Unternehmen mit Schichtarbeit haben die MitarbeiterInnen (MA) geklagt, dass der Wiedereinstieg nach einem Krankenstand sehr belastend ist, weil man zwar medizinisch gesund ist, aber noch nicht in der Lage ist, 100% Leistung zu erbringen. Als Folge dauern die Krankenstände viel länger, weil die MA warten, bis sie wirklich vollständig fit sind. Selbst dann ist die Belastung aber sehr hoch, weil die Erholung zu Hause nicht unbedingt immer die körperliche Leistungsfähigkeit erhöht.
Als Lösung bietet das Unternehmen an, für einen bestimmten Zeitraum (von wenigen Wochen) kürzere Schichten zu arbeiten, auf Wunsch der MA auch befristet nur am Tag. Durch Mehrfachqualifizierungen und eine größere Anzahl von MA in den Bereichen ist es meist möglich, dass zB zwei "Wiedereinsteiger" temporär zusammen eine Schicht in zwei 4-Stunden-Teilen abdecken. Die dann fehlenden Stunden werden von einem Zeitkonto genommen, das für diese Zwecke und auch für längere Freizeiten im Zusammenhang mit Feiertagen aufgebaut wird.
Neben zufriedeneren (und in diesem Unternehmen offensichtlich sehr motivierten) wiedereinsteigenden MA, die früher arbeiten kommen (aber natürlich schon gesund sind!), müssen die Kolleginnen und Kollegen weniger oft als Reserve einspringen, was sich sehr positiv auf die Planung der Freizeiten auswirkt. Das Unternhemen erspart sich zum einen Reserveaufwand zum anderen ist die Produktivität und Leistungsqualität von MA an ihrem Stammarbeitsplatz meist höher, als die eines/r Reserve-MitarbeiterIn.

Eine ähnliche Regelung wäre auch für andere Bereiche (zB in der Administration oder in der Kundenbetreuung) denkbar, in denen es meist keine gleichwertige Reserve gibt. Der/die spezialisierte/r MA trägt oft trotz geringer Anwesenheit mehr zu laufenden Betrieb, zur Kundenzufriedenheit, ... bei, als dies MA tun, die neben ihrer normalen Tätigkeit die notwendigsten Arbeiten der abwesenden MA miterledigen. Nach Krankheit ist so ein schrittweises Wiedereinsteigen in vielen Fällen günstig. Ein passender, allgemeiner Rechtsrahmen wäre gut.