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  • Neues vom Symposium für Schichtarbeit und Arbeitszeit

Neues vom Symposium für Schichtarbeit und Arbeitszeit

XIMES präsentiert Ihnen die aktuellsten Informationen und Studienergebnisse zum Thema Schichtarbeit vom internationalen Symposium für Schichtarbeit und Arbeitszeit (4.-8.11.2013, Bahia, Brasilien).

  • Schlafprobleme mit Verhaltenstherapie bekämpfen:
    Ein Projekt in Australien verglich die Wirksamkeit von Verhaltenstherapie bei Schlafproblemen mit Unterricht in Schlafhygiene. Nur 4 Stunden Verhaltenstherapie brachten erhebliche Verbesserungen im Schlaf und reduzierten überraschenderweise auch Depressionen.
  • Schlafprobleme und Unfallwahrscheinlichkeit:
    Schlaf-Apnoe erhöht die Unfallwahrscheinlichkeit um den Faktor 2-3.

  • Schichtarbeit und Krebs:
    Es gibt kritische Stimmen, die die Belastbarkeit der Studien, die Zusammenhänge zwischen Schichtarbeit und Krebs zeigten, in Zweifel ziehen.

  • Schichtarbeit und Melatonin:
    Vor einigen Jahren fanden Studien ein Absinken des Melatoninspiegels zu bestimmten Zeitpunkten bei Schichtarbeit. Jetzt konnte gezeigt werden, dass es eher um Verschiebungen zwischen verschiedenen Tageszeiten geht. Umso mehr Licht (in der Nacht) umso weniger Melatonin.

  • Schichtarbeit und Schlafprobleme:
    Einer der entscheidenden Faktoren, die Schlafprobleme verursachen, dürfte die Frage sein, ob es gelingt, nach der Arbeit abzuschalten. Das wird durch ständige Erreichbarkeit und lange Arbeitszeiten erschwert.

  • Schichtarbeit und Licht:
    Es dürfte nicht nur blaues Licht, sondern auch rotes Licht munter machen wobei rotes Licht das Melatonin weniger beeinflussen dürfte.

  • In USA gibt es Befürworter von Dauernachtschichten (und auch z.T. in Europa):
    Empfehlungen für Dauernachtarbeiter (Eastman): Keine Überstunden, kein Einkauf nach Nachtschicht, keine Meetings, keine Weiterbildung untertags, kein Gassi gehen mit dem Hund... Dunkle Sonnenbrillen beim Heimfahren tragen. Auch an freien Tagen kein Frühstück mit Partner, sondern möglichst lang (im Dunklen) schlafen. Versuchen, helles Licht am Nachmittag zu bekommen.

  • Wirkung selbstgewählter Arbeitszeiten:
    In einer Studie waren die Wahl zwischen Schichten als Form der Selbstplanung besser als die völlig freie Wahl von Arbeitszeiten.

  • Hilfe bei der Synchronisierung mit der Umwelt:
    In einer Studie mit Tiefeninterviews wurde sichtbar, dass viele Personen die gut mit Schichtarbeit leben, jemanden haben, der Ihnen bei der Synchronisation mit ihrer Umwelt hilft (z.B. die Frau, aber auch der Trainer eines Fußballklubs). Synchronisation betrifft Terminvereinbarungen, Info über Zeiten der Nichtverfügbarkeit, Vorabinfos (zB "Sonntag ist fein, aber er muss halt um 20:00 zur Schicht ...") etc.

  • Wirkungen von Schichtarbeit:
    Einige Forschung beschäftigt sich mit Veränderungen im Herz-Kreislaufsystem. Eine Studie fand verfestigtere Arterien (schlecht) bei rotierendem Plan im Vergleich zu langsam rotierendem Plan. Eine andere, geringere Herzschlagvariabilität (schlecht) bei Schichtarbeitenden.

  • Wirkungen von Schlafmangel:
    Testpersonen konnten bei Schlafmangel deutlich schlechter neue Informationen (z.B. über Änderung der Spielregeln) richtig verarbeiten. Bei Standardsituationen war der Unterschied geringer.

  • Erhöhte Mortalität:
    Eine finnische Studie zeigte (allerdings mit sehr kleiner Personenzahl) eine etwas erhöhte Mortalität bei Dauernachtarbeit - ca. 25%.

  • Der Abend- / Nachtsnack ist es ("Post-Dinner-Snack"):
    Eigentlich verbrauchen Menschen mehr Energie, wenn sie weniger schlafen (Im Test ca. 100). Tatsächlich nehmen viele bei Schlafmangel zu. Frühstück ist in der Tendenz weniger kalorienreich. Mittag und Abendessen ähnlich wie normal. Aber bei Snacks am Abend und in der Nacht werden erheblich mehr Kalorien (im Testbeispiel + 400) aufgenommen.

  • Schlafmangel und Verschiebung des circadianen Rhythmus und Insulin:
    Mehrere Studien belegten die Wirkung von Schlafmangel und noch stärker, die Verschiebung des circadianen Rhythmus auf den Umgang des Körpers mit Zucker. Der Körper tut sich schwerer und braucht erheblich mehr Insulin, um mit Zucker umzugehen.