Schichtarbeit 4.0 - Qualifikationsteams statt Schichtgruppen?

Stabilität trotz Auflösung starrer Strukturen. Ein Versuch neuer Wege.

Feste Schichtgruppen sind für manche MitarbeiterInnen wie ein eingeschworenes Team und so etwas wie Heimat.

In vielen Fällen entscheidet jedoch zukünftig eher die Qualifikation des Einzelnen darüber, mit wem er/sie regelmäßig zusammenarbeitet. Im Zusammenspiel mit Abwesenheiten passt das zunehmend weniger zu einer festen  Schichtgruppe. 


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Fallweise kann sich daher lohnen,  die Qualifikationen statt fester Schichtgruppen für die Schichtplanung heranzuziehen und Qualifikationsteams zu bilden. Dies kann als Ersatz für oder auch als Kombination zusätzlich zu festen Schichtgruppen geschehen und bringt neue Anforderungen an Führung und Organisation.


Ein spannendes Ergebnis - mit spannenden Querverbindungen zu dieser Frage - brachte eine aktuelle Untersuchung im Polizeibereich: Flexible Arbeitszeit im Schichtdienst – wie gut funktionieren Selbstplanung bzw. Wunschdienstpläne?

Bernd Bürger & Friedhelm Nachreiner (2017): Individual and organizational consequences of employee-determined flexibility in shift schedules of police patrols, Police Practice and Research . Die Studie untersuchte die Auswirkungen verschiedener Schichtformen auf die Work-Life-Balance und das Organisations-/Arbeitsklima bei der Polizei in Deutschland (927 Befragte). Es wurden drei Schichtsysteme verglichen (alle vollkontinuierlich, Früh-, Spät- und Nachtschicht):

  • 4-Schicht-System: fester Schichtplan mit 4 Schichtgruppen

  • 5-Schicht-System: fester Schichtplan mit 5 Schichtgruppen; jede/r MitarbeiterIn darf sich ca. 2 Einbringschichten pro Monat frei legen

  • Flex-System: Es gibt keinen Schichtplan, jede/r wählt sich die Schichten im Prinzip komplett frei aus

Im Hinblick auf die wahrgenommene Work-Life-Balance schnitten sowohl das flexible als auch das 5-Schicht-System besser ab als das feste 4-Schicht-System. Überraschenderweise wurde jedoch das Flex-System nicht besser als das 5-Schicht-System beurteilt.

Bei den organisationalen Bedingungen wie sozialer Zusammenhalt, Unterstützung durch KollegInnen und Vorgesetzte, Feedback seitens der Vorgesetzten wurde das Flex-System durchgängig am schlechtesten bewertet. 

Ein Schichtsystem wie das 5-Gruppen-System, das sowohl feste und damit planbare Elemente enthält, aber auch Raum für individuelle Wünsche beinhaltet, scheint daher im Mittel eine gute Lösung zu sein. 



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