Schichtarbeit und Krebsrisiko

Kurz vorwärts rotierende Schichtsysteme und regelmäßiges Krebsscreening als Präventionsmaßnahmen


Seitdem Schichtarbeit mit Nachtarbeit im Jahr 2007 von der International Agency for Research on Cancer (IARC) als "möglicherweise krebserregend" eingestuft wurde, fragen sich viele Schichtarbeitende und Unternehmen, ob eine erhöhte Gesundheitsgefahr durch Schichtarbeit droht. 

Neuere Erkenntnisse zeigen Zusammenhänge mit Brustkrebs

Seit 2007 wurden viele neue Studien durchgeführt, um den Zusammenhang von Schicht- und Nachtarbeit mit Krebs genauer zu untersuchen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit des IOSH in England (McElvenny et al. 2018) hat diese zusammengefasst. Die Mehrheit der Studien findet einen Zusammenhang zwischen Nachtarbeit und der Entstehung von Brustkrebs. Regelmäßige Nachtarbeit erhöht das Krebsrisiko dabei um 20% bis 50%, was weniger ist als zuvor befürchtet. Einige Studien finden jedoch keinen Zusammenhang und für andere Krebsarten ist die Studienlage weniger eindeutig. Die Forschung tappt da noch etwas im Dunklen.

Was sind die Mechanismen der Krebsentstehung?

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Insbesondere die Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus durch Nachtarbeit wird für das erhöhte Krebsrisiko verantwortlich gemacht. Eine gerade stark beforschte Hypothese besagt, dass die unterdrückte nächtliche Melatoninproduktion mit einem erhöhten Krebsrisiko zusammenhängt (insbesondere Prostatakrebs bei Männern und Brustkrebs bei Frauen). Es ist jedoch auch möglich, dass andere Ursachen zumindest beteiligt sind, wie etwa Schwierigkeiten der gesunden Ernährung bei Nachtarbeit und damit verbundene Stoffwechsel- und Übergewichtsprobleme, oder das durch die Nachtarbeit angesammelte Schlafdefizit, das die Immunabwehr schwächt.

Was können Betriebe und Schichtarbeitende tun?

Die wichtigsten Ansatzpunkte sind eine gute medizinische Betreuung der Schichtarbeitenden (insbesondere regelmäßige Krebsscreenings) und eine möglichst gesundheitsverträgliche Arbeitszeitgestaltung, die allgemein bewiesenermaßen hilfreich ist - nicht nur bezüglich Krebs: Z.B.  beeinträchtigen  kurz vorwärts rotierte Schichtpläne, in denen nicht mehr als 2-3 Nachtschichten in Folge gearbeitet werden und die Schichtwechsel von Früh- zu Spät- zu Nachtschicht erfolgen, den Schlaf-Wach-Rhythmus nachweislich am wenigsten.


Unterstützung durch XIMES bei der Schichtplangestaltung

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Quelle: McElvenny D, Crawford J, Davis A, Dixon K, Alexander C, Cowie H and Cherrie J.  A review of the impact of shift work on occupational cancer. Wigston: IOSH, 2018.

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